Freiburg, 18.10.2018: Die Frage der Digitalisierung von Unternehmen ist auch eng mit der gesellschaftlichen Frage verbunden, wie wir in Zukunft arbeiten wollen und werden. Dies betrifft nicht nur den Ort, also die Frage ob Büro vor Ort oder Home-Office, sondern auch die Arbeitszeit pro Woche. Die Digitalisierung erlaubt uns, mit der Technik des „Digital Workplace“ und mobilen Geräten wie Smartphone und Laptop von überall und zu jeder Zeit auf die benötigten Daten zugreifen zu können. Gleichzeitig sind wir durch E-Mail und andere Nachrichten-Systeme aber auch 24 Stunden und an jedem Ort der Welt erreichbar. Ein kritischer Blick auf die Auswüchse der Digitalisierung – inkl. einer Lösung!

Das Versprechen, durch die Digitalisierung einen 6-Stunden Tag zu erhalten, hat sich aktuell eher ins Gegenteil verkehrt. Für viele Arbeitnehmer scheint es zunehmend auf eine 6-Tage-Woche hinauszulaufen, so die aktuelle Akad-Studie „Arbeitswelten im Wandel 2018“. Denn trotz Feierabend nochmal schnell die beruflichen E-Mails zu checken oder im Kalender die Termine für die nächsten Tage zu organisieren, gehört laut der Studie für Mitarbeiter zum täglichen Abendritual. So werden abends im Bett schon mal eilige Kundenanfragen beantwortet oder ein wichtiger Gedanke auf die To-do-Liste gesetzt. Mit einem dienstlich genutzten Smartphone ist das von daheim aus genauso möglich, wie am Dienst-PC. Die Daten sind überall synchron und abrufbar.



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Frauen und Digitale Transformation - welche Chancen ergeben sich?

So verwenden auch Pendler die tägliche Fahrzeit um zu arbeiten und rund ein Drittel der Befragten bearbeitet sogar am Samstag und am Sonntag berufliche Anfragen. Dies geht sogar so weit, dass E-Mails im Wohnzimmer, im Bett oder an der Supermarktkasse beantwortet werden. Arbeitnehmer häufen so – je nach Position und Branche – durchschnittlich 7,5 zusätzliche Arbeitsstunden pro Woche an. Das weitet die Arbeitswoche de facto auf eine versteckte 6-Tage-Woche aus. Aber nicht nur das. Eine Studie der TU Dortmund fand heraus, dass dieser ständige Rollenwechsel zwischen Job und Privatleben zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung und zu weniger Energie am nächsten Tag im Büro führt.

In Zahlen ausgedrückt: In den letzten fünf Jahren sind die Überstunden um 30% gestiegen (Deutschland 2017: 1,9 Milliarden Überstunden; 0,9 Milliarden davon unbezahlt), während die Produktivität um 30% gefallen ist. 50% der Befragten können nicht konzentriert arbeiten und ganze 84% der Befragten gaben an, das Gefühl zu haben, zu viel zu arbeiten, ohne dass es genügen würde. Somit bedeutet für über 50% der Befragten die ständige Erreichbarkeit Stress pur.

Gleichzeitig entgehen der deutschen Wirtschaft laut einer Hochrechnung des Marktforschungsinstitut Crisp Research Ende 2017 ganze sechs Milliarden Euro bis 2020 auf Grund fehlender Digitalisierung in der Produktion. Die Digitalisierung scheint somit aktuell am falschen Ende anzukommen.

Zwischenfazit: Mehr Arbeit, mehr Stress, weniger Produktivität, weniger Erfolg.

Ist die Änderung des Arbeitsrechts die Lösung?

Schon seit Jahren fordern Wirtschaftsweisen und Arbeitgeber die Lockerung des Arbeitgebergesetzes und die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags. Dieser sei nicht mehr zeitgemäß und deutlich zu starr für die modernen Herausforderungen. Gewerkschaften fürchten ein Leben ohne Feierabend und laufen Sturm. Arbeitnehmervertreter, wie jüngst der Porsche Betriebsrat, fordern sogar eine technische Unterbindung von E-Mails am Feierabend. Daimler-Mitarbeiter können heute schon ihre E-Mails während ihres Urlaubes komplett löschen lassen und VW schaltet während den Weihnachtsfeiertagen sogar die E-Mail-Server ab bzw. sperrt den Zugang für Mitarbeiter (Manager ausgenommen).

Aber auch das Arbeitszeitgesetz setzt Mitarbeiter unter Druck. Wer abends seine E-Mails abruft, dürfte nach § 5 des ArbZG (11 Stunde Ruhezeit) erst am nächsten Mittag wieder im Büro erscheinen.

Alles nicht so einfach ….

Make it digital – make it easy – make it human!

Portrait of young architects having discussion in office

Wie die Akad-Studie „Arbeitswelten im Wandel 2018“ ebenfalls herausgefunden hat, ist eines der gravierendsten Probleme der Digitalisierung in Unternehmen die Tatsache, dass Digitalisierungsprojekte und Software-Anwendungen auf Biegen und Brechen großflächig eingeführt würden, ohne dabei die Mitarbeiter psychologisch mitzunehmen. Resultat sei ein Ohnmachtsgefühl durch Unkenntnis und ein Gefühl, sich auf allen Plattformen beteiligen zu müssen, was wiederum zu einer Überbelastung und später zur Frustration führen würde.

Einer Umfrage zufolge glauben 54% der Befragten nicht, dass die Digitalisierung das Leben der Menschen verbessert und jeder dritte Deutsche wünscht sich mehr Menschlichkeit im digitalen Zeitalter. Ein erschreckendes Ergebnis. Die Unternehmen haben es nicht geschafft, die Digitalisierung – zumindest im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft – um den Faktor Mensch zu erweitern.

 

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Auf der anderen Seite zeigt die neue IDG-Studie „Arbeitsplatz der Zukunft 2018“ in Zusammenarbeit mit United Planet, dass sich Mitarbeiter genau diesen digitalen Arbeitsplatz der Zukunft wünschen. Sie erhoffen sich durch neue Techniken und die Workflows eine bessere Work-Life-Balance, zeitlich flexiblere Arbeitszeiten, ortunabhängiges Arbeiten und einfacheren Zugriff auf alle Informationen.

Wie kann es also zu dieser Diskrepanz kommen? Wie kann es sein, dass Unternehmen den „Arbeitsplatz der Zukunft“ und Mitarbeiter den „Digital Workplace“ wollen, aber beide nicht zusammenfinden?

„Digital Workplace“ – Der Mensch im Mittelpunkt

Neue Studie zum Thema Social Intranet

Es muss uns als Gesellschaft gelingen, die Digitalisierung zum Wohl des Menschen im Allgemein und zum Wohl des Mitarbeiters im Speziellen einzusetzen. Gerade im ‚War for Talents‘ – also dem vielbeschworenen Fachkräftemangel – muss ein Umdenken erfolgen.

Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. nutzt Intrexx nicht nur als „Digital Workplace“, sondern auch als mobiles Mitarbeiterportal, welches alle Angestellten vom Smartphone aus bedienen können. Dadurch werden Abläufe und Abstimmungen beschleunigt und es wird Zeit gewonnen, die direkt den Patienten zugutekommt. So wird das Credo der KJF „von Mensch zu Mensch“ durch die Technik eines „Digital Workplace“ unterstützt.

Im „Digital Workplace“ dürfen die Worte Home-Office, flexible Arbeitszeiten, Recht auf Erholung und Feierabend keine Fremdworte bleiben. EDV-Systeme beschleunigen die Arbeit und den Austausch. Dies darf aber nicht nur zu einer reinen Komprimierung der Arbeit in weniger Zeit oder mehr Arbeit in gleicher Zeit ausarten, sondern sollte allen Mitarbeitern Freiräume eröffnen. Freiräume um über Projekte und Aufgaben nachzudenken, Energie zu tanken und sich zu entwickeln. E-Mails, die Mitarbeiter „nach Hause verfolgen“, sollen damit der Vergangenheit angehören. Auch Chefs und Teamleiter sind aufgerufen, nicht nur ihr Mindset zu verändern, sondern auch die Technik so zu nutzen, dass sie dem Wohl und der Entlastung der Menschen dient. Zu oft wird die Technik des „Digital Workplace“ on top auf die bestehende Infrastruktur und die bestehen Workflows gesetzt. Dies kann nur zu einem „mehr“ an Aufwand, Arbeit und Stress führen. So ist es nicht verwunderlich, wenn Mitarbeiter neben den täglichen E-Mails auch noch den neuen „Kanal“ überwachen und pflegen müssen.

Auf der anderen Seite sind auch Mitarbeiter aufgerufen, ihre teilweise über Jahrzehnte gelernten Verhaltensmuster zu ändern. Wer von Zuhause aus oder mobil arbeitet, muss die nötige Selbstdisziplin entwickeln, „Stop“ zu sagen und Privates und Berufliches zu trennen. Sei es technisch durch getrennte PC-Systeme und rein geschäftlich genutzte Smartphones oder ganz klare eigene Home-Office-Regeln.

Der Arbeitsplatz 4.0 ist damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch nur als Ganze gelöst werden kann. Beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – müssen umdenken. Nichts desto trotz sind der „Digital Workplace“ und ein „Social Intranet“ entscheidende Werkzeuge um Arbeit effizienter und damit „kürzer“ und effektiver zu machen. Zeit diesen Arbeitsplatz 4.0 flächendeckend einzuführen und alle Mitarbeiter technisch und psychologisch auf die Reise mitzunehmen.

 

Whitepaper „Social Intranet: Dreamwork durch Teamwork“

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